Das Corona-Virus hat Haiti im Griff. Als «Virus der Weissen» propagiert, ergriff die Regierung keine Schutzmassnahmen. Dass das Virus keine Grenzen und Farben kennt, musste dieses Land schneller erfahren, als ihnen lieb war. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt täglich. Schulen und Kirchen sind geschlossen, die Leute müssen zuhause bleiben. Märkte sind zwar offen, aber die Nahrungsmittel sind so teuer, dass fast niemand sie kaufen kann. Der Schwarzmarkt für hygienische Artikel blüht. 

Haitianische Experten im medizinischen Bereich schätzen in einem Radiointerview, dass gegen 800 000 Menschen am Coronavirus sterben könnten. Das sind viermal mehr als beim Erdbeben 2010! 

Viele werden lieber auf den Strassen infiziert, als zuhause zu verhungern. Wie kann man Menschen in Haiti isolieren, wenn nur der Kontakt zu anderen das eigene Überleben sichert? 

Haiti gibt nur 4.4% seines Staatshaushaltes für den Gesundheitsbereich aus. Das Resultat sind schlecht ausgerüstete Spitäler und ungenügendes Personal. In vom Staat geführten Spitälern mangelt es an Masken, Handschuhen, Schutzkleidung, Geräten und Medikamenten. Medizinisches Personal weigert sich, unter diesen Bedingungen zur Arbeit zu erscheinen.

Unsere Mitarbeiterin, Carline Bazin, schreibt: «Ich versuche, den Ärmsten in meiner Umgebung zu helfen, wie ich Möglichkeiten habe. Wir halten die hygienischen Massnahmen ein und nutzen die Zeit zum Lesen, Beten und um uns zu informieren. Es ist die Zeit, solidarisch zu sein, den Schwachen beizustehen und sie zu ermutigen.»

Wir haben eine Corona-Nothilfe eingerichtet und leiten Spenden sofort weiter. Jeder Franken hilft, die Hände unserer Mitarbeiter zu füllen, damit sie den Notleidenden beistehen können. Vielen Dank!